Zecken richtig entfernen

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Tick Removal

/// Wichtig in Kürze

  • Schnell handeln: Je früher die Zecke entfernt wird, desto geringer ist das Risiko einer Borreliose-Infektion.
  • Das richtige Werkzeug: Nutze eine Zeckenzange, Zeckenkarte oder eine feine Pinzette. Greife die Zecke hautnah am Kopf.
  • Keine Hausmittel: Niemals Öl, Klebstoff oder Alkohol auf die Zecke träufeln – das erhöht die Gefahr, dass Erreger in die Wunde abgegeben werden!
  • Beobachten: Tritt in den Wochen nach dem Stich eine ringförmige Rötung (Wanderröte) oder Fieber auf, sofort einen Arzt aufsuchen.

Warum sind Zeckenstiche gefährlich?

Zecken saugen Blut und können währenddessen Krankheitserreger auf den Menschen übertragen. Besonders Borreliose (bakteriell) und FSME (viral) sind hier zu nennen:

  • FSME-Viren werden bereits kurz nach dem Stich übertragen.
  • Borrelien brauchen meist 1–2 Tage, um in den Körper zu gelangen.

Je länger eine Zecke also an der Haut bleibt bzw. saugt, desto höher das Infektionsrisiko. Deshalb ist es besonders wichtig, regelmäßig den Körper nach Zecken abzusuchen, um sie möglichst früh zu entdecken und zu entfernen.

Wie erkenne ich eine Zecke am Körper?

Eine erwachsene Zecke misst etwa 3 mm im Ruhezustand und kann sich beim Saugen auf bis zu 12 mm vergrößern. Sie haftet fest an der Haut und sieht dann oft wie ein kleiner brauner oder schwarzer Knopf aus. Häufige Stellen für Zeckenstiche sind:

  • Hals und Haaransatz
  • Achseln
  • Ellenbeugen
  • Kniekehlen
  • Genitalbereich
  • Unter enger Kleidung (z.B. Bündchen)

Da Zecken aktiv nach geschützten Stellen am Körper suchen und sich dabei Zeit lassen, solltest Du nach einem Aufenthalt im Grünen gründlich hinschauen – idealerweise mit Hilfe einer Lupe, eines Spiegels oder einer zweiten Person. Frühzeitiges Absammeln der Zecke ist bereits eine erste Hilfe. Stiche können dadurch vermieden werden.

Wie entferne ich eine Zecke richtig?

Die richtige Entfernung ist entscheidend, um die Übertragung von Erregern zu minimieren und Verletzungen der Haut zu vermeiden. Wichtig ist, dass alle Teile der Zecke herausgezogen werden. Folgende Schritte helfen dir bei der sicheren Zeckenentfernung:

✅ Benutze spezielle Zeckenentfernungswerkzeuge:

  • Zeckenpinzette (spitz zulaufend)
  • Zeckenhaken
  • Zeckenkarte

Diese findest du in Apotheken, Drogerien oder beim Medizinbedarf. Setze das Werkzeug direkt an den Mundwerkzeugen der Zecke an, also so nah wie möglich an der Haut.

❌ Vermeide folgende Fehler:

  • Nicht am vollgesogenen Körper ziehen – das führt zum Zerquetschen!
  • Kein Öl, kein Klebstoff vorab – das reizt die Zecke und kann mehr Erreger freisetzen!

So geht’s richtig:

  1. Greife die Zecke mit dem Werkzeug möglichst nahe der Haut.
  2. Ziehe langsam, kontrolliert und gerade heraus – leichtes Rütteln oder Drehen kann helfen.
  3. Falls keine Instrumente vorhanden sind, verwende Fingernägel, um die Zecke am Kopf zu fassen und vorsichtig zu entfernen.
  4. Desinfiziere anschließend die Stichstelle gründlich.

Tipp: Bewahre die Zecke am besten in kleinem, verschlossenem Behälter auf – für den Fall, dass eine spätere Untersuchung auf Erreger notwendig wird.

Darf ein Heilpraktiker Zecken entfernen?

Nach heutigem Stand: Ja!

Die Frage wurde lange kontrovers diskutiert. FSME ist laut Infektionsschutzgesetz eine meldepflichtige Krankheit, die nicht vom Heilpraktiker behandelt werden darf. Auch für die Borreliose gibt es in einigen Bundesländern eine länderspezifische Meldepflicht und somit ein Behandlungsverbot für Heilpraktiker. Das Behandlungsverbot umfasst bereits den Krankheitsverdacht - nach früherer Bewertung galt dies bei jeder eingedrungenen Zecke!

Aktuelle Veröffentlichungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) mit einer juristischen und medizinischen Neueinschätzung dokumentieren, dass der Stich allein noch keinen Verdacht auf eine Infektionskrankheit begründet. Daher besteht ohne Vorliegen von Symptomen kein Behandlungsverbot für Heilpraktiker.

Der Heilpraktiker darf demnach Zecken entfernen. Es wird zudem die schnelle Entfernung einer Zecke als Infektionsschutz betrachtet. Das Wegschicken des Patienten nach einem Zeckenbiss würde zu einem ungünstigen Zeitverzug führen.

Das sachgerechte Entfernen der Zecke, die anschließende Desinfektion der Wunde und die Aufklärung des Patienten gehören zur Heilpraktiker Tätigkeit. Der Patient muss auf mögliche Symptome hingewiesen werden und die Stichstelle beobachten. Ein Arztbesuch ist nur nach Auftreten von Symptomen nötig.

Wo kommen Zecken vor?

Zecken leben überall in der Natur: im Wald, auf Wiesen, in Parks oder sogar im eigenen Garten. Meist sitzen sie auf Gräsern, Farnen oder Sträuchern in einer Höhe von unter einem Meter und warten darauf, dass ein Mensch oder Tier vorbeikommt. Ein einfaches Vorbeistreichen am Gras genügt schon, damit sie sich abstreifen lassen.

Beim Menschen angekommen, sucht sich die Zecke über längere Zeit einen geeigneten, geschützten Platz zum Stechen – dies kann bis zu einer Stunde dauern.

Wie kann ich mich vor Zeckenstichen schützen?

Prävention ist besser als Nachsorge! Hier sind effektive Tipps gegen Zecken:

Regelmäßiges Absuchen des Körpers nach Aufenthalten in der Natur und Absammeln der Zecke.

✅ Trage helle, lange Kleidung (Hosen in Socken stecken!)

✅ Nutze Antizeckensprays oder ätherische Öle wie Lavendel, Thymian und Eukalyptus.

✅ Bleibe auf breiten Wegen, vermeide hohes Gras, Gebüsch und dichtes Unterholz.

✅ Nimm immer eine Zeckenpinzette oder-karte mit in den Rucksack.

Gibt es Impfschutz gegen Zeckenkrankheiten?

Bei FSME gibt es einen wirksamen Impfschutz. Empfohlen wird die Impfung besonders für Menschen die in Risikogebieten leben oder reisen und viel in der Natur unterwegs sind. Der Schutz besteht nach drei Impfungen für ca. 5–10 Jahre.

Für Borreliose gibt es derzeit keine Impfung für Menschen. Da es sich jedoch um eine bakterielle Erkrankung handelt, lässt sie sich inder Regel gut mit Antibiotika behandeln, wenn sie frühzeitig erkannt wird.

Wann ist Zeckensaison?

Die Zeckensaison beginnt aufgrund der milden Temperaturen im Winter bereits im frühen Frühling. Die Klimaerwärmung ermöglicht den Zecken, fast ganzjährig aktiv zu sein, sogar in den Wintermonaten. Die größte Aktivität findet sich aber meist in den Monaten von März bis Oktober.

Bereits im Februar 2025 wurden erste Fälle mit FSME gemeldet - eine Infektion, die in früheren Jahren eher ab Mai oder Juni aufgetreten ist.

Welche Regionen gelten als Zecken-Risikogebiete?

Das Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlicht regelmäßig Karten zu FSME-Risikogebieten. Diese zeigen, dass sich die  betroffenen Regionen stetig ausdehnen. Bislang waren eher südlich gelegene Bundesländer betroffenen, doch jetzt zeigt sich eine deutliche Ausdehnung nach Norddeutschland. Experten fordern daher, ganz Deutschland als Risikogebiet einzustufen.

🔗 Zur aktuellen RKI FSME-Karte

Weitere informative Links

🔗 RKI: Ausführliche Informationen zu Zecken

🔗 RKI: Ratgeber Lyme-Borreliose

🔗 RKI: Ratgeber FSME

Fazit: Prävention und schnelles Handeln sind entscheidend

Zecken sind überall in der Natur zu finden – aber du kannst auf deinen Schutz achten. Bei einem Zeckenstich gilt: Sofort und richtig entfernen! So kannst du das Risiko für Borreliose oder FSME am effektivsten reduzieren.

Merke: Je früher du die Zecke entfernst, desto geringer ist die Gefahr einer Infektion.

Jens Edling
Gründer

Jens Edling ist Heilpraktiker mit dem Schwerpunkt der Osteopathie in eigener Praxis und Gründer der Heilkunde Informativ GmbH . Mit über 15 Jahren Erfahrung in der Ausbildung von zukünftigen Heilpraktikern begleitet er Teilnehmer auf ihrem Weg zur amtsärztlichen Überprüfung – mit fundiertem Wissen, praxisnaher Lehre und persönlicher Betreuung.

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